• Susanne Anderegg

Ernährung und psychische Gesundheit

Wer erinnert sich an das Experiment in einer Institution für männliche Jugendliche vor einigen Jahren? Die meisten zeigten aggressives Verhalten. Als die ursprüngliche Ernährung aus vorwiegend verarbeiteten Lebensmitteln auf selber Gekochtes umgestellt wurde, zeigten die Jugendlichen zunehmend kooperatives Verhalten. Mittlerweile gibt es einige Studien, die einen Zusammenhang zwischen Ernährung und geistiger Gesundheit zeigen. Wer auf vorwiegend pflanzliche Ernährung umstellt, verhindert nicht nur Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, sondern auch Alzheimer. Momentan lese ich gerade das Buch von einer australischen Professorin, Felice Jacka, die führend ist auf dem Gebiet Nutritional Psychiatry, Ernährung und Psychiatrie. Ihre Aussage ist klar und deutlich: Mit einer Ernährung, die keine verarbeiteten Lebensmittel enthält und vorwiegend pflanzlich und vollwertig ist, können wir Depressionen, Ängstlichkeit und andere psychische Erkrankungen vorbeugen und sogar heilen.

Heute morgen las ich in der Zeitung, dass Depressionen und Ängstlichkeit bei Jugendlichen in dieser schwierigen Zeit der Restriktionen wegen des sehr ansteckenden Covid-9 Virus enorm zugenommen haben. Wahrscheinlich auch bei Erwachsenen. Weshalb interessiert die seelische Gesundheit niemanden? Nicht nur jetzt, auch sonst ist sie selten ein Thema. Da ich auch Psychologin bin, finde ich diese Einstellung schlimm. Deshalb ist es so wichtig, dass wir alle gerade in dieser schwierigen Zeit selber die Verantwortung für unsere Psyche übernehmen. Vieles können wir nicht kontrollieren, aber unsere Ernährung können wir immer noch selber bestimmen. Was Felice Jacka selber isst? Müesli oder Porridge mit Früchten zum Frühstück, Falafel mit Hummus und Salat am Mittag, abends Vollkornpasta oder Vollreis mit Gemüsesosse. Machen wir es ihr doch nach!




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